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Fachwerkbrief Oktober 2016

 

 Liebe Fachwerkfreunde,

 

ein wunderschöner goldener Oktober im Schwarzwald. Ich lasse meinen in der "Jugend" geschädigten Tennisrücken im Wasser und an Land bearbeiten. Der Doktor ermahnte mich, an etwas weniger Arbeit zu denken.

So möchte ich meine Fachwerkambitionen zusammen mit meiner Firma Cellco GmbH an jüngere Hände abgeben. Sollte jemand der Fachwerkfreunde Interesse an der Weiterführung meiner Cellco-Aktivitäten haben, so erwarte ich gern ein Signal.

Hier einige Daten der Entwicklung: Herr Gerner als Leiter des Fortbildungszentrums für Handwerk und Denkmalpflege Propstei Johannesberg bat mich 1985, nach den großen Schäden unsachgemäßer Fachwerksanierungen, einen natürlichen Dämmstoff auf Lehmbasis zu entwicklen.

Im Rahmen eines Forschungsauftrages des Landes Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der TU-Hannover, Professor Dr. Kritschik, entwickelte ich "Cellco", Celler Composition. Ich veröffentliche die Ergebnisse 1991 nach der Zulassung als Baustoff für alle Bundesländer durch das Institut für Bautechnik Berlin. Weitere Forschungsaufträge führten mich mit Professor Dr. Heubel und Herrn Dr. Plagge in Dresden sowie Herrn Künzel sen. im Rahmen der Bundesforschung Fachwerk in Holzkirchen zusammen.

Der Cellco Wärmedämmlehm als innere Wärmedämmung zum Einstampfen im direkten Verbund mit der historischen Fachwerk-Aussenwand mit Strohlehmausgleich innen wurde als die neue Problem-Lösung von der Fachwelt eingesetzt. Auch die trocken im Kapillarverfahren anzusetzende Cellco-Wärmedämmlehmplatte und als neueste Entwicklung die vom Bundespräsidenten dieses Jahr hervorgehobene - im Rahmen eines Forschungsauftrages der Bundesstiftung Umwelt entwickelte - patentierte Korkdämmlehmplatte fanden reges Interesse in der Fachwelt. Dieses neue Produkt ist in die Bundesforschung Innendämmung aufgenommen.

Gebrauchsmuster und Patente für diese Fachwerk-Wand-Aufbauten sind erteilt. Das kleine blaue "Fachwerk ABC" von Zimmermeister Dr. Wetzel haben wir gemeinsam entwickelt. Alle notwendigen Daten für Feuchte-Simulationsprogramme sind ermittelt. Das Programm "Cond" wird von uns eingesetzt.

Die Produktion befindet sich in Celle, kann aber jeder Zeit an andere Standorte verlegt werden. Die notwendige Einarbeitung von Personal wird übernommen. Die Mitarbeit im Ausschuss Fachwerk der wissenschaftlich technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege wird fortgesetzt werden.

So sehe ich heute für interessierte Unternehmer und mittelständische Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit, sich auf dem Nischenmarkt der energetischen Sanierung von ca. 3 Millionen Fachwerkgebäuden in der Bundesrepublik zu engagieren und eine erfolgreiche Unternehmerzukunft auf- bzw. auszubauen.

Auch die deurtsche Fachwerkstrasse und die Arbeitsgemeinschaft Fachwerkstädte sind Werbeträger unserer hervorragenden Fachwerkkultur.

Auf der Denkmal 2016 in Leipzig vom 10 - 12. Novemer 2016 Halle 2 Stand C 06 können Sie sich auf unserem Stand die Cellco-Produkte anschauen und sich einen praktischen Einblick verschaffen. Mein Mitarbeiter Herr Pröve kann dort auch vertrauliche Informationen für mich entgegennehmen.

Ich selbst werde nach Übergabe der Haacke Cellco GmbH auch meine Fachwerkbriefe in fachkundige Hände geben. Die Arbeit für historische Fachwerkbauten hat mir viel Freude bereitet. Ich habe gern mit den Fachpartnern, Architekten , Restauratoren, Denkmalpflegern, Zimmerleuten und Bauherren zusammengearbeitet.

 

Heute bin ich mit den besten Grüßen aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

Fachwerkbrief September 2016

Liebe Fachwerkfreunde,

beim Landesamt für Denkmalschutz in Hannover ist eine HAACKE mineralisch gebundene Korksteinplatte ausgestellt, die über 100 Jahre in der Außenwand eines Fachwerkhauses "ihren Dienst getan hat". Diese Korkplatte hat eine vorzügliche Wärmeleitzahl und hohe Kapillarleitung.

Wie wichtig es ist, dass wir Fachwerkfreunde uns der Bedeutung des Maßstabes "Zeit" bewusst sind. Für eine solide Bausubstanz sind 100 Jahre kein Alter. Unser Fachwerk-Forschungshaus in Westercelle datiert aus dem Jahre 1724. Es ist die Zeit Bachs. Wie viele junge Menschen finden zu dieser, unserer Geschichte, keine Beziehung mehr. Auch heutige Architekten haben oft keine Verbindung zur Baugeschichte finden können. Sie sind dem modischen Zeitgeist verfallen. Das Kulturgut unsere Baugeschichte zu bewahren und zu pflegen wird immer wieder als unnötige Belastung und Verhinderung fortschrittlicher Bau-Ideen empfunden. In Süddeutschland sagt man "Das alte Gelumpe muß weg!" Welche Harmonie und Schönheit strahlen jedoch fachkundig sanierte Baudenkmale aus. Viele Beispiele ganzer Stadtteile und Dörfer überzeugen eindeutig!

Ja, der moderne Zeitgeist hat in der Arbeitsgruppe Fachwerk Instandsetzung "Innendämmung" der WTA im Rahmen der Überarbeitung Merkblatt 8-5 Einzug gehalten. Dieses anerkannte Gremium beschloss unter seinen Gründern Dr. Leimer und dem leider verstorbenen Dr. Wetzel für die Fachwerk-Außenwände neben anderen Leitgedanken als bauphysikalischen Grundsatz "homogen, ohne Hohlräume, kapillarleitfähig und keine Dampfsperren". Welche Verantwortung lädt sich jetzt diese Arbeitgruppe mit neuen Überlegungen zur Innendämmung von Fachwerk auf, in dem Faserdämmstoffe mit my 1-2, Einblasdämmungen und feuchteadaptive Dampfbremsen als geeignet eingestuft werden.

Werden Marder und Mäuse ihren Kindern in diesen Dämmungen kein warmes Nest bauen? Wie verhalten sich die Kunststoffe der Dampfbremsen im Inneren der Konstruktion nach Jahrzehnten? Werden bei den erhöhten Feuchtebe- lastungen infolge von Klimaänderungen die Holztragwerke kapillar ausreichend getrocknet? Reicht es nicht, dass wir nach den große Schäden mit Sperrungen von Fachwerkgebäuden schon einmal sagen mussten, "das wussten wir nicht"?

Wir haben heute die Bedingungen und notwendigen Maßnahmen mit Hilfe der jahrzehntelangen teuren Fachwerkforschung des Bundes wissenschaftlich erforscht und erklärt. Nichtwissen wird uns heute nicht mehr abgenommen, sondern der Tatbestand des Verschuldens ist angesagt. Wir kennen die immensen Schäden durch falsche Dämmung. 1.000 € ungeeigneter Material-einsatz für Dämmung und dann das Hundertfache als Schadensersatz für die Sanierung.

Somit kann ich nur immer wieder meine Stimme erheben und auf die Beschlusslage hinweisen:

1. Die Innere Wärmedämmung der Fachwerkbauten in dem Fachwerk-Ausschuss der WTA für die Bau-Denkmale behutsam und konsequent mit allen Folgen zu bedenken und

2. die thermische Sanierung durch innere Dämmung der anderen Bestandsbauten (mit Ausnahme Fachwerk) in den dafür vorgesehenen anderen Gremien zu bearbeiten und zu empfehlen.

Ich möchte kein Bremser gutgemeinter Überlegungen in Fachwerkgremien sein. Meine Erfahrungen und meine Feststellungen seit vielen Jahrzehnten sollten nicht vom Tisch gewischt werden, sondern zum nochmaligen Nachdenken im Interesse unserer Fachwerkdenkmale anregen.

Für heute grüße ich Sie aus der Fachwerkstadt Celle Ihr

 

Wolfgang Haacke

 

 

 

Fachwerkbrief Sommer 2016

 

Liebe Fachwerkfreunde,

das war für mich eine grosse Freude als der Bundespräsident zur Eröffnung der Woche der Umwelt vor über tausend Gästen am 7. Juni im Park seines Amtssitzes in Berlin die Kork-Innovation als Beitrag zur Energieersparnis besonders hervorhob. Als Ausrichter dieser Umwelttage beim Bundespräsidenten mit über 14 Tausend Besuchern hatte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt einen Flyer über unser Forschungsprojekt "Cellco-KorkDämmLehm" extra herausgegeben. Wir spürten unsere Leistung für die kapillare innere Wärmedämmung historischer Fachwerkhäuser wird anerkannt. In der Anlage füge ich Ihnen diese Unterlagen zur Information bei.

In Niedersachsen geht die diesjährige Sommerurlaubszeit ihrem Ende entgegen. Ich erlebte im Schwarzwald in 800 m Höhe eine herrliche Wärme mit Sonnenschein und Vollmondnächten. Die fast täglich aufkommende Wolkenbildung mit plötzlichen Starkregenschauern und Windböen liessen mich immer wieder an die neuen Belastungen unserer Fachwerk-Aussenwände durch den Klimawandel denken. Die deutliche Warnung, diese Aussenwände nicht durch gutgemeinte innere Überdämmung (und diese dann doch noch mit Dampfsperren und ungeeigneten Dämmstoffen) in ihrer Austrocknung durch Herabsetzen der Temperatur zu gefährden, konnte so wieder augenscheinlich bestätigt werden.

Die Erkenntnis der Bedeutung der Innentemperatur eines Hauses für die Abtrocknung der Schlagregenfeuchte durch die kapillare Feuchtewanderung durch die Wand wird jetzt immer wieder betont und kann als Stand der Technik festgestellt werden.

Die WTA-Fachwerkgruppe wird sicher in der Überarbeitung der bauphysikalischen Grundsätze auf diese erhöhten Schlagregengefahren und Durchfeuchtung der Holztragwerke mit ihren Folgen eingehen. Auch das neue Bundesforschungsprogramm Innere Wärmedämmung der Fraunhofer Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem FIW München wird sich diesem Sachverhalt besonders widmen.

So fahre ich frisch gestärkt aus dem Urlaub zurück an die Arbeit nach Celle, um  weiter an den praktischen Lösungen zum Erhalt unserer historischen Kulturlandschaft Fachwerk beizutragen.

 

In dieserm Sinne grüsse ich Sie aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr

 

Wolfgang Haacke

 

Flyer der Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Fachwerkbrief Mai 2016

 

Liebe Fachwerkfreunde,

ich bin gerade dabei unseren Stand für die Ausstellung beim Bundespräsidenten zur "Woche der Umwelt", am 07. und 08. Juni in Berlin, vorzubereiten. Der Bundespräsident hatte mich nach Abschluss meines Forschungsvorhabens über die "kapillaraktive Kork-Dämmlehmplatte zur Ausstellung innovativer Umweltprodukte in den Park von Schloss Bellevue zur Vorstellung auch dieses innovativen Produktes eingeladen. Das hat mich natürlich sehr gefreut. So haben wir die Möglichkeit das Thema "thermische Sanierung historischer Fachwerk-Häuser" erneut ins Gespräch zu bringen. In der Zusammenfassung meines Forschungsberichtes lautete die Aufgabenstellung: "Expandierte Kork-Dämmplatten durch Injektion mit kapillaraktiven Materialien deren abweisendes Verhalten gegenüber Feuchteleitung zu beenden." 

Die natürlichen, vorzüglichen Wärmedämmeigenschaften dieses homogenen Naturproduktes sollten dabei so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Es ist durch eine Mischung aus Bimslava, Kieselgur, Blähperlit und Ton gelungen, dass dieses als Lösung in den Korkporenraum durch Vibration eindringt und haften bleibt.

Das Korkraumgewicht wurde durch diesen Eingriff von 100 Kg/cbm auf 200 Kg/cbm erhöht, wobei natürlich die wärmeleitzahl von Lambda 0,04 W/mk auf fast 0,05 W/mk anstieg. Der Diffusionswiderstand erhöhte sich auf 30, was gewünscht wurde und die Gleichgewichtsfeuchte stellte sich bei 4% ein. So erreichten wir den vorzüglichen Wert zum Entzug von Feuchtigkeit des Holzes, welches bei 15% im Gleichgewicht liegt, ferner die dauerhafte Trocknung des Holzes auch bei erhöhtem Schlagregenanfall.

Mit dieser Platte haben wir auch ein etwas elastisches Material, was unsere Handwerker erfreuen wird. So können wir eine trockene Wärmedämmung auf etwas unebenen Wänden mit dem Kapillarmörtel grossflächig anbringen.

Sollten Sie die Ausstellung beim Bundespräsidenten in Berlin besuchen, so ereichen Sie uns auf unserem Stand Nr. 76. Wir würden uns über Ihren Besuch sehr freuen.

Im Übrigen liefern wir die neue patentierte Platte als Forschungsprodukt in 40 mm, 50 mm und 60 mm nach der Woche der Umwelt in vollen Paletten aus. Der Forschungsbeitrag beträgt jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer 24,50€ (40mm); 29,60€ (50 mm) und 34,80€ (60 mm) je qm zuzüglich Mehrwertsteuer. Für die normale Innendämmung der Fachwerkaußenwand wird die 50 mm Platte Standard werden. Im Anhang dieses Briefes finden Sie unseren Werbeauftritt für diese neue Platte aus unserer Fachwerkforschung. Na ja, etwas klappern gehört schon immer zum Handwerk.

Für heute Grüße ich Sie aus der Fachwerkstadt Celle als Ihr

 

Wolfgang Haacke

 

Anlage "Das Kapillar-Wunder"

Fachwerkbrief April 2016

 

Liebe Fachwerkfreunde,

jetzt haben wir schon Ende April, die Bäume stehen in voller Blüte und der Winter kommt mit Schnee und leichter Kälte zurück. Sind das schon die Eisheiligen? Hoffentlich! Aber wir haben uns an einen Wandel unseres Klimas zu gewöhnen, wobei die Natur uns immer energischer daran erinnert, mit unserer Umwelt als Leihgabe schonend umzugehen. Uns als Fachwerkfreunde warnt und erinnert der heftiger werdende Schlagregen an die Gesetze des baulichen Schlagregen- schutzes: Jährlich unsere offenen Sichtfachwerkseiten zu warten und bei besonders heftigen Witterungsangriffen in extremen Lagen durch Bekleidung zu schützen.

Unsere Vor-Generationen hatten dieses schon durch Schiefer-, Ziegel- und Holzverkleidungen besorgt. Unsere Generation beachtete leider diese Schutzmaßnahmen vor Schlagregen weniger, weil der Bauherrenforderung nach schöner Fachwerksicht nachgegeben wurde. Wenn dazu noch eine angeblich preiswerte innere Wärmedämmung verkauft wurde, so antwortete unsere Außenwand mit deutlich langsamerer Rücktrocknung der temperaturreduzierten Außenschicht und bleibender Feuchte in der "preiswerten" Innendämmung mit Sperrschicht.

Diese Schäden sind uns allen bekannt und haben zum Um- und Nachdenken gezwungen!

Bei den Denk- und Lösungsprozessen hat uns unser Fachwerkfreund Dr. Plagge, der enge Mitarbeiter und Laborleiter von Professor Häupl und dessen Nachfolger Professor Dr. Grunewald von der Uni Dresden tatkräftig unterstützt. Mit Hilfe der Feuchte-Simulationsprogramme Cond und Delphin und seinen überzeugenden Vorträgen und Veröffentlichungen hat Dr. Plagge einen bedeutenden Beitrag zum heutigen Erkenntnisstand und zum Umsetzen in Schrift und Praxis einer gesunden, bauphysikalisch einwandfreien Fachwerk-Konstruktion geleistet.

Jetzt ist Dr. Plagge Anfang März unerwartet für immer von uns gegangen. Er hatte in seiner Mappe einen Vortrag "zum Stand der Bauphysik" an der WTA-Fachtagung in der Uni Hildesheim mit den neuesten Unterlagen zur Lösung einer fachgerechten inneren Wärmedämmung von Fachwerkgebäuden. Dr. Plagge konnte seinen Vortrag nicht mehr halten!

Wir haben einen erfahrenen Bodenkundler und Lehmfreund, praktischen Anwender der mathematischen Feuchtesimulation und Berater für neue kapillare Baustoffe verloren. Die hinterlassene Lücke werden wir kaum schließen können. Über den Verlust dieses immer hilfsbereiten, guten Ratgebers Dr. Rudolf Plagge sind wir traurig!

Die wieder erwachende Natur mit ihrem jungen Grün und den vielen Blüten zeigt uns Hoffnung. Wir werden ideenreich und nachhaltig am Erhalt unseres Kulturgutes Fachwerk weiterarbeiten.

 

Fürt heute Grüße ich Sie

Ihr

 

 

 

Fachwerkbrief Februar 2016

 

Liebe Fachwerkfreunde,

dieses Jahr ist der Februar großzügig. Das Schaltjahr schenkt uns einen Tag mehr zum Schaffen.

Ich denke über die beiden kommenden Tagungen über "Bauphysik und innere Wärmedämmung" vom FIW Bauzentrum München und den "heutigen Stand der Bauphysik" der Uni Hildesheim nach. Was für ein riesen Fortschritt seit den Thermodynamik-Vorlesungen der 50er Jahre, die ich in München hören durfte, und heutigen Programmen dieser beiden Tagungen.

Und außerdem dürfen wir in Hildesheim unserem ehemaligen WTA-Vorsitzenden und Initiator der Arbeitsgruppe Fachwerk der WTA, Herrn Professor Dr. Ing. Leimer zu seinem 60. Geburtstag gratulieren. Mögen Ihn seine guten Ideen frisch und munter erhalten.

Für meine neue Kork-Dämm-Lehm-Platte bereiten wir nach den vorzüglichen Mess-Daten beim FIW-München die Ergänzung unseres Datenkranzes Wärmedämmlehm im Labor des Institutes für Bauklimatik der TU Dresden vor, um auch deren Werte für die Rechner der Feuchtesimulation zu haben. Schliesslich möchten wir für unsere Produktvorstellung während der Woche der Umwelt im Juni 2016 beim Bundespräsidenten in Berlin ein geschlossenes Bild unseres Forschungsauftrages zeigen.

An die Leistungen der Bauphysik zum Erhalt unseres Kulturgutes Fachwerk ist immer wieder zu erinnern. Fachwerkgebäude sind ein bedeutender Bestandteil unserer Baukultur. Unseren Bürgern führen wir diese Bedeutung in den Bildern unserer Fachwerkstädte oder -Dörfer beim Befahren der Deutschen Fachwerkstrasse und in vielen anderen Dokumenten vor Augen. Wir müssen das Bewusstsein für Fachwerk stärken, damit dieses nicht als "Schnickschnack des flüchtigen Zeitgeistes" empfunden wird.

Fachwerk sollte nicht dem Weg unserer Kulturgüter Volkslied oder Sprache in der heutigen Gesellschaft folgen. Diese wertvollen Güter sind eingebettet in die Tradition des christlichen Abendlandes und müssen gerade heute bewahrt und gepflegt werden. Den von uns aufgenommenen Flüchtlingen müssen wir einprägsame Vorbilder unserer Kultur vermitteln.

So lassen Sie uns dazu als Fachwerkfreunde unseren Beitrag leisten.

Ich grüsse Sie aus der Fachwerkstadt Celle Ihr

 

Wolfgang Haacke

 

 

Fachwerkbrief Dezember 2015

 

Liebe Fachwerkfreunde,

das ereignisreiche Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Wir haben uns während eines gesegneten Weihnachtsfestes gesammelt und jetzt zwischen den Festtagen unsere Gedanken zurück und schon in das Jahr 2016 schweifen lassen.

Die heftigen und oft vollkommen unsachlich verzerrten Diskussionen über die von uns zu lösende Herausforderung, den Flüchtlingen in unserem Lande zu helfen, macht mich unruhig. Dabei erinnere ich mich an meine Jugendjahre, wo die Trecks aus Ostpreussen, Pommern, Schlesien, etc. bei uns im Celler Land ankamen. Es waren für Westdeutschland damals über 12 Millionen Menschen, die über Nacht Haus und Hof verlassen mußten.

Unsere Städte und Dörfer hatten zum Teil Flüchtlingsanteile von über 50% ihrer ehemaligen Bevölkerung, wobei in vielen Familien die Männer fehlten, die gefallen oder in Gefangenschaft waren. Wie wurde in unseren Dörfern und Städten jeder qm Land genutzt, um die Menschen satt zu bekommen? Wie packten wir es gemeinsam an? Es war kein Wirtschaftswunder, sondern harte Gemeinschaftsleistung einer Generation, deren Kindern es wieder besser gehen sollte.

Und heute? 1-2 Millionen Flüchtlinge, nach Strapazen der Flucht aus Ihrer zerstörten Heimat, möchten in der Mehrzahl ein neues Zuhause bei uns finden und sich selbst und Ihren Kindern eine neue Zukunft in Frieden und Freiheit aufbauen. In unserem Wohlstand und bei unserem Mangel an jungen Menschen die Chance eines erneuten Wunders! Packen wir es gemeinsam an!

Wie viele Fachwerkhöfe in unserem Dörfern warten auf neues Leben? wie viele Fachwerk-Leerstände in unseren Städten? Wie viele Gärten und Werkstätten warten auf neues Leben? Die Flüchtlinge des Jahres 2015/16 lernen unsere Sprache und Kultur, werden Nachbarn und Freunde und sichern unseren eigenen Wohlstand auch für unser Alter.

So sind wir Fachwerkfreunde jetzt gefordert, mit Hand anzulegen, den zukünftigen Neubürgern in die fachgerechte Sanierung und Nutzung der zu erhaltenden Fachwerkbestände einzuweisen. Diese werden unsere Hilfe gerne annehmen, um sich ein Stück neue Heimat zu erarbeiten.

Aus meiner eigenen Arbeit heute nur wenige Worte. Das von der Deutschen Umweltstiftung geförderte Projekt der kapillaraktiven Korkdämmplatte ist abgeschlossen. Diese wird als Ergänzung unserer Cellco Wärmedämmlehmplatte in die Zulassung des Institutes für Bautechnik, Berlin aufgenommen. Wir erwarten die Zulassung in den nächsten Monaten, so dass Projektausschreibungen gestartet werden können. Wir werden Ihnen in den nächsten Wochen in Fachartikeln und technischen Handreichungen über das neue Haacke Produkt für die trockene, energetische Fachwerk Innendämmung ausführliche berichten.

So freuen wir uns auf ein frohes gemeinames Schaffen für unsere historisch wertvollen Fachwerkbestände. Für heute bin ich mit herzlichen Grüssen für 2016 bei Gesundheit und Schaffenskraft aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

Fachwerkbrief November 2015

 

Liebe Fachwerkfreunde,

zwei in Ihren Eindrücken sehr konträre Wochen konnte ich erleben. Einmal Ende Oktober die Sitzung des "WTA-Fachausschusses Fachwerk - Innere Wärmedämmung" und dann Anfang November das Symposium " Digitalisierung - Global Nachhaltig" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit den namhaften Umweltpreisträgern am Vortage der Verleihung des Umweltpreises 2015 durch unseren Bundespräsidenten in Essen.

Unsere gemeinam für die WTA Ende der 80er Jahre im Rahmen der Bundesforschung Fachwerk niedergelegten Eckpunkte für die Sanierung und den Erhalt der historischen Fachwerkbauten - jetzt nach der Wiedervereinigung ca. 3 Mio. Exemplare - werden durch angeblich neue, erprobte, technische Sanierungsverfahren in Frage gestellt. Die Basisforderung für die Dämmung der Außenwände, homogen und kapillarleitfähig, Feuchtewanderung flüssig oder dampfförmig nach Innen und Außen wird durch den Einsatz von Einblasdämmungen und Faserstoffen mit my 1,5 - 2 aufgeweicht. Dichtende Vorsatzschalen und neuentwickelte Klebeverbindungen sollen neue Problemlösungen aufzeigen.

Wo sind denn die Fachhandwerker für die Garantieleistungen dieser hochsensiblen Anwendungen?

Quo Vadis Arbeitsgruppe historische, denkmalgeschützte Fachwerkhäuser in der WTA?

Quo Vadis durch das prägende Fachwerk-Schmuckwerk immer eindringender Schlagregen?

Was würde der leider verstorbene Dr. Johannes Wetzel, oder was werden Herr Künzel sen. oder Herr Prof. Gerner dazu sagen?

Sicher werden die neuentwickelten Versionen der Feuchtesimulation innerhalb theoretischer 25 Jahre in unseren Programmen Delphin und Wufi beim Einsatz dieser neuen Lösungen darauf eine eindeutige Antwort geben.

Mir scheint bei diesen Ansätzen jedoch eine Verwechslung mit den Lösungsmöglichkeiten der inneren Wärmedämmung des üblichen massiven Baubestandes vorzuliegen.

Das unwiderstehliche Vordringen der digitalen Revolution wird keinen Halt vor unseren Fachwerk-Diskussionen und -Informationen machen. Vergleichbar der Erfindung der Buchdruckerkunst nur noch viel schneller, globaler und allen Menschen auf der Erde verfügbar. Es müssen jetzt die Weichen gestellt werden, damit diese Revolution zum Wohle der Menschen nachhaltig eingesetzt wird. Nutzen wir die digitale Vernetzung mit Ihren unzähligen Möglichkeiten für das Fachwerk miteinander.

Dieser Ruf geht an uns zum Erhalt unseres kulturellen Erbes Fachwerk mit seinen nachhaltigen, tiefen Empfindungen und Eindrücken in die Seele der heutigen Generation.

Ich bin dabei unter wolfgang.haacke@haacke.de

Mit einem herzlichen Gruß aus der Fachwerkstadt Celle an der deutschen Fachwerkstrasse

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

 

 

Fachwerkbrief Oktober 2015

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

ein wunderschöner "goldener Oktober" beginnt. Die Bäume zeigen ihr herrliches buntes Kleid bevor dann der raue Herbst mit seinen Schlagregen und Stürmen uns begleitet. Damit beginnt dann auch eine kritsche Zeit für unsere Fachwerkhäuser. Die Außenwände benötigen etwas Wärme von Innen, um die empfangene Feuchte abtrocknen zu lassen, weil die Kraft der Sonne und damit auch die abtrocknenden warmen Winde nachlassen.

Gut gemeinte - nach unseren Regeln der WTA - überdimensionierte Wärmedämmung, nehmen dem äußeren Fachwerk jegliche innere Restwärme zum Abtrocknen. Kommen dazu noch die verfehlte Wahl ungeeigneter nicht homogener und nicht kapillarleitender Materialien, so ist die Leidenszeit der Zerstörung des Fachwerktragwerkes durch Feuchte eingeläutet.

Der Einbau von Diffusionssperren unterbindet die Wirksamkeit homogener, kapillarleitender Bauteilschichten und verhindert bei Einbau von Faser- oder anderen offenen Dämmstoffen die Vermeidung von Schäden aus der Umkehrdiffusion.

Also für alle Eigentümer historischer Fachwerkgebäude der gute Rat, bei Planung der Sanierung niemals die Anfertigung des Gutachtens der Feuchtesimulation durch einen Fachmann vergessen.

Wir haben aus unserer Fachwerkforschung etwas sehr Positives zu berichten. Im Rahmen unseres Forschungsvorhabens mit Unterstützung der Deutschen Umwelt Stiftung (DBU) in Osnabrück "Patentierte kapillaraktive homogene Naturdämmplatte" zeigen die wissenschaftlichen Messungen vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz München (FIW) vorzügliche Ergebnisse für Cellco Kapillar-Dämmkork: Wärmeleitfähigkeit 0,0473 W/mK; Wasserdampfdurchlässigkeit: dry cup 30,5 µ; wet cup 23,3 µ; Ausgleichsfeuchte 4,0 Masse %  und Rohdichte 200 Kg/cbm.

Diese Werte liegen genau in dem Korridor, den wir mit unserer Entwicklung anstrebten. Ziel unseres Forschungsauftrages ist jetzt die amtliche Zulassung als Wärmedämmstoff für die innere Wärmedämmung von Gebäuden. Dabei haben wir primär an der thermischen Ertüchtigung der Außenwände unserer historischen Fachwerkbauten gearbeitet. Wir rechnen damit, dass wir mit Partnerbetrieben auf diesem Sektor in Zukunft viele Kooperationsgespräche führen werden.

Also, meine Freude ist groß, dass wir mit dem uns im Sommer letzten Jahres erteilten Patent ein geschütztes vorzügliches Produkt für die innere Wärmedämmung der Außenwände besonders von Fachwerkbauten bald dem Markt anbieten können.

Bis dahin wünsche ich Ihnen ein frohes Schaffen und Grüße aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

Fachwerkbrief September 2015

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

die Ferien- und Urlaubszeit neigt sich Ihrem Ende zu. Wir haben noch einen herrlichen Sommer, der uns ermöglicht, mit Hochdruck die geplanten Lehmbaustoffe jetzt zügig einzubauen. Die notwendigen Trockenprozesse werden von der Natur erledigt.

Wir älteren kennen noch das selbstverständliche Lüftungsverhalten der früheren Generationen am Bau. Alle Öffnungen offen, um auch die besonders wirksame Trocknung durch Querlüftung zu erzielen. Die täglich mehrfachen Stosslüftungen bewohnter Häuser waren eine Selbstverständlichkeit.

Die heutige Generation bewohnt thermisch sanierte Wohneinheiten mit dichten Baustoffen, Türen und Fenstern, dem Blower-Door-Test unterzogen, beheizt durch geregelte Energiesparanlagen. Leider begegnen wir immer wieder einer gewissen "Schimmel-Hysterie", die Ihre Ursache im Auftreten von Schwarzpilz an Kältebrücken, Ecken und hinter Möbeln durch mangelnde Lüftung der Räume hat. Wenn dazu noch eine umsatzfördernde sog. "Fachberatung" kommt, wird unnötig Geld für die ungesunde "chemische Keule" ausgegeben.

Gerade bei unseren historischen Fachwerkbauten müssen wir auf die Beherrschung des Innenklimas durch den Nutzer achten. Das Tragwerk Holz verlangt seine natürliche Gleichgewichtsfeuchte von ca. 15%. Lehmbaustoffe garantieren bei fachgerechtem Einbau diesen Wert bei eigener Gleichgewichtsfeuchte von deutlich unter 10%. Dieses ist das Geheimnis der Jahrhunderte langen Lebensdauer unserer Fachwerkhäuser.

Bei Sanierungsmaßnahmen über das ganze Jahr wird für die notwendige innere Wärmedämmung feuchter Lehm eingesetzt. Unseren Kunden für Haacke Cellco Wärmedämmlehm bei notwendigen Dämmstärken von über 100 mm stehen beim Wintereinbau neben dem plastisch einzustampfenden Material (geliefert in grossen Big-Bag´s) trockene Cellco-Platten zur Verfügung. Diese werden auf eine Ausgleichsschicht (Cellco plastisch oder Cellco Contact-Dämm-Mörtel) aufgerieben und über Dübel befestigt. Das Verputzen erfolgt auf dem Putzträger nach dem Abbinden der Dämmschicht.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, dass Ihnen unser Anwendungstechniker Kolja Gratilow selbstverständlich zur praktischen Vorführung und Einweisung vor Ort zur Verfügung steht.

Um die notwendige kapillarleitfähige Innendämmung für Fachwerkbauten noch günstiger anbieten zu können, entwickeln wir in diesem Jahr im Rahmen eines Forschungsauftrages der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unsere patentierte HAACKE Kapillar Korkplatte. Diese wird zur Zeit in ihren neuen bauphysikalischen Daten beim Forschungsinstitut für Wärmeschutz gemessen. Dieses neue Cellco Erzeugnis steht zum Ende des Jahres dem Markt zur Verfügung und wird die Palette unserer natürlichen und patentierten Dämmstoffe in einer neuen Dimension erweitern. Sowie die neuen Daten vorliegen, werde ich unseren Fachwerkfreunden berichten.

Bis dahin wünsche ich Ihnen frohes Schaffen und grüsse Sie aus der Fachwerkstadt Celle

 

 

 

 

 Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

 

Fachwerkbrief Juli 2015

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

Hochsommer 2015 ist gekommen. Im Juli haben wir vom Süden Temperaturen vereinzelt schon über 40° C dazu Kaltfronten vom Norden. Das ergab starke Gewitter, die bei uns in Celle elektronische Einrichtungen und Regelanlagen tagelang lahmlegten.

Unsere Fachwerkbauten mit Ihren Grundbaustoffen Holz, Lehm und Ziegel verwöhnen uns mit einem angenehmen Innenklima um 20° C bei einer Luftfeuchtigkeit um 50 - 60 %. Die Fachwerk-Aussenwände erholten sich von den Belastungen des Winters und pendelten sich auf Holzfeuchten von 15 % durch ihre umschliessenden Lehmbaustoffe oder schwach gebrannten Altziegel - vermauert mit Lehm oder Kalk oder ebenso verputzt - ein.

 

Schon die deutsche Norm 4108 Wärmeschutz im Hochbau legte für Feuchte der Aussenwände max. 1000 g/qm fest, weil zu hohe Wandfeuchte als schädlich für das Bauwerk und die Gesundheit der Bewohner anerkannt warten. Der Fachwerk-Ausschuss der WTA (wissenschaftlich-technische Vereinigung für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) halbierte diesen Wert auf 500 gr/qm wegen der Sensibilität der historischen Fachwerktragwerke. Der Fachwerkfreund kann alles technische Grundwissen in den 14 Einzelblättern der WTA (e-mail: wta@wta.de) des Referates Fachwerk bestellen und nachlesen, um sich immer auf dem Laufenden über die anerkannten Regeln der Fachwerk-Technik zu halten.

Das Sommerwetter lässt uns mit offenen Augen durch Fachwerkstrassen streifen. Oh weh, was sehen wir da für gravierende Fehler beim Sanieren von Fachwerkbauten. Gestern sprach ich eine Handwerkergruppe an, die ein 2 geschossiges Fachwerk-Haus aus dem 18. Jahrhundert - EG Läden, 1 OG Wohnen - in Arbeit hatten. Die Fugen derAltziegel waren ausgekratzt. Mit der Handspritze wurde neues Material in Form von Acrylat-Dichtung eingepresst. Das Holz der Gefache wurde mit farblich deckender Lackfarbe des Baumarktes beschichtet. Die Schwellen mit Beton unterfüttert, sogar mit Betonüberstand zum "Regenstau". die Tätigen angesprochen, zeigten eine totale Ahnungslosigkeit zum fachgerechten handwerklichen Umgang mit dem Gebäude. Der für das Baugesuch verantwortliche "Planverfasser" und auch der Eigentümer hätten ihnen keine Anforderungen vorgeschrieben, weil sie ja erfahrene und fleissige Fachkräfte seien und nur teure Qualitätsware aus dem Baumarkt verwenden.

In meiner Ratlosigkeit und auch wegen der "anzuftreffenden fehlenden fachlichen Überzeugung vor Ort" ist mir zur Zeit nur die Lösung eingefallen, dass sowohl die Zuschuss gewährende Denkmalpflege und die Baugenehmigung erteilende Baubehörde (roter Punkt) fachwerkgerechte Auflagen, die auch kontrolliert werden, verfügen sollten.

Das Angebot von Fachliteratur und auch die Vorträge anbietenden örtlichen Holznagelgruppen kommen leider auf freiwilliger Basis nicht gegen diese Gedankenlosigkeit des "Todesstosses" dieser übereifrigen und sehr preiswerten Kräfte an. Es sollten in diesen Fällen weder Zuschüsse noch Steuererleichterungen gernehmigt werden.

Zurzeit erleben wir auch in den Fachwerkstädten das Eindringen von Investoren, die nur die Sicherheit der Geldanlage - meist aus dem Ausland - und eine gewisse Rendite suchen. Das kulturelle Erbe wird dabei nicht berücksichtigt, weil jegliche derartige Sensibilität fehlt. So widerstrebt es mir als liberalem Mensch, behördliche Regelungen zu überlegen. Aber was könnten wir sonst zusätzlich tun, um diesen Unverstand abzuwehren?

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Urlaubszeit und grüsse aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

 

 

Fachwerkbrief Juni 2015

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

leider müssen wir durch unser Umwelt-Verhalten Klimaänderungen erfahren. Vermehrt erreichen uns die Wetttermeldungen "Starkregen mit Sturmböen". So sind wir gezwungen, die im WTA-Merkblatt Bauphysik für Fachwerkbauten aufgezeigten Schlagregen-Hinweise besonders zu beachten.

Holz- Fachwerktragwerke bleiben jahrhundertelang gesund und leistungsfähig, wenn sie Ihre natzürliche Holzfeuchte bewahren. diese liegt zwischen 12 und 20 %. Dauerfeuchtigkeit des Holzes von über 20% bei ruhenden, Warmluft-Temperaturen und Feuchteklima führen zu seiner Zerstörung.

Die Feuchtigkeit von Außen bringt das Wetter. Es tritt in den 3 Aggregatzuständen des Wassers - gas, flüssig und fest - auf. Somit muss die Fachwerkaußenwand Wasserdampf, Wasser und Eis, allen drei Wetter-Angriffsformen gewachsen sein. Dieses sind Nebel, Regen, Eis und Schnee - oft mit Sturm - die dann durch Sonne und Wind in unserem Normalklima wieder abgetrocknet werden. Eine geringe Wärmezufuhr von Innen sollte das Fachwerk temperieren.

Der Feuchteangriff von Innen findet in deutlich geringeren Mengen, aber dafür in der Regel langfristig durch Luft-Feuchte-Diffusion von warm zu kalt statt. Diese bringt einen Feuchteausfall bei der Taupunkt-Unterschreitung. Diese Diffusionsvorgänge sind auch als Umkehrdiffusion von außen nach innen zu beachten.

Alle diese Einflüsse hatten bei Ofenheizungen mit Schornstein, undichten Fenstern und gemäßigter Wohnfeuchte bei feuchteausgleichenden Baustoffen und früheren Wohnansprüchen mit normalen Lüftungsgewohnheiten kaum negative Bedeutung für das Fachwerk. Heute jedoch bringen unsere Wohnansprüche und der andere Tagesablauf im Familien- und Arbeitsleben auf der einen Seite und dazu die Wahl neuer, dichter Baustoffe, dichter Fenster, wechselnd geregelte Tag- und Nacht Temperaturen der Heizungen und das geänderte Lüftungsverhalten der Bewohner besondere Anforderungen an den Feuchteausgleich der Fachwerkkonstruktion.

Das Feuchteverhalten der tragenden Außenwände lässt sich rechnerisch-mathematisch simulieren. Die Rechensysteme Delphin, Cond und Wufi werden von den zugelassenen Bauphysik-Fachbüros eingesetzt. Deren Beratung sollte bei Umbau- und besonders bei therimschen Sanierungsmaßnahmen von Fachwerkbauten genutzt werden, um eine fachgerechte Ausführung mit Gewährleistung vom ausführenden Handwerk für das Baudenkmal zu erhalten.

Nach der Theorie zum Praktischen. Die Zwillinge Holz und Lehm und die verschiedenen Tonbaustoffe hielten durch ihren Gleichgewichtszustand der Feuchte das Holztragwerk trocken. Sie sind natürlich (keine Kunststoffe), homogen (keine Faserstoffe), kapillarleitend in den Poren (Wasser wird transportiert), bilden keine Dampfsperre (Diffusionswiderstand unter 50 µ) und je nach Anforderung wärmedämmend. Sperrende Anstriche und Verkleidungen von Innen und von Außen sind zu vermeiden. Das sind die wichtigen Gesundheitsfaktoren für das Holz der Fachwerkwände.

Bei den Anforderungen der Energie-Einspar-Verordnung muss eine Überdämmung vermieden werden, um eine geringe Wärmezufuhr zur Unterstützung der Feuchte-Abtrocknung zu behalten (Kontaktflächen Holz-Ausfachung sind ohne zusätzliche Bekleidung gegen Schlagregen kaum zu dichten). Darum sollte eine innere Wärmedämmschicht von 20 cm bei Dämmstoffen der Gruppe 0,08 in der Regel der Außenwände nicht überschritten werden. Für die Normerfüllung stehen zusätzlich Fenster, Böden, Obergeschossdecken, Drempel, Dächer und die neuen Heizungsanlagen mit Solarunterstützung zur Verfügung.

Diesen Fachwerkbrief hatte viel Theorie zum Inhalt. Ich habe versucht diese den über viertausend Lesern verständlich zu machen. Das nächste Mal werde ich mich wieder Praxisbeispielen widmen.

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit und beste Grüße aus der Fachwerkstadt Celle

 

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

Fachwerkbrief Mai 2015

 

 

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

vor kurzer Zeit musste ich von der Not der Kleinbauern in Portugal, deren Kork wir zu unserem Cellco-Wärmedämmlehm verarbeiten, hören. Aufgrund der EG-Förderung aus Brüssel sind Olivenhaine wesentlich gewinnbringender als die bäuerlichen Kork-Eichwälder. Somit muss dieses Biotop einer Monokultur grösserer Eigentümer weichen. Es sind aber die ersten Einsichten gewachsen, dass diese ungesunde Entwicklung gestoppt wird.

So fühlt sich Haacke als der älteste Wärmedämmkork-Hersteller in Deutschland besonders verpflichtet, diese natürliche jahrhundertelang bewährte Wärmedämmung zu einem Aufschwung zu führen.

Die Kunststoff-Schaumstoffe als Wärmedämmung haben Kork das Überleben schwer gemacht.

Die Firma Haacke begann 1879 als Isolierstoffhersteller auf Basis der Gewinnung von Kieselgur aus eigenen Gruben der Lüneburger Heide. Schon 1890 kam der Kork hinzu.

Die Rinde der Korkeiche aus Portugal und Spanien kam in Ballen per Bahn zu uns nach Celle, wurde zu Körnungen gemahlen und per Tonmischungen gebunden. Einsatz als Wärmedämmung im Wohnungsbau und der Industrie - besonders Fachwerkbauten und Spinnereien/Webereien. Eine solche Platte nach 100 Jahren innerer Wärmedämmung eines Fachwerkhauses ist im Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege ausgestellt.

Um die Jahrhundertwende 1900 wurde der granulierte Rohkork durch Erhitzen unter Luftabschluss aufgebläht (expandiert und sterilisiert) und heiss durch Steinkohlenpech gebunden, um als Kältekork beim Bau von Temperatur-Lagerhäusern (Kühlhäusern) eingesetzt zu werden. Dieses war ein bedeutender Beitrag zum Aufschwung des Lebensmittel-Transportes und -Lagerung nach Erfindung der künstlichen Kältemaschinen durch Borsig.

Schon im Jahr 1985, vor über 30 Jahren, entwickelte die Haacke Cellco (Celler Compositionen) für die thermische Sanierung hisorischer Fachwerkhäuser - im Rahmen der neuen gesetzlichen Anforderungen zur Luftreinhaltung und Energieeinsparung - Innendämmungen auf Basis erxpandierten Korkgranulats, Kieselgur und Lehm. Hierfür erhielt Haacke Patente und Schutzrechte.

Es konnten die unverzichtbaren Grundforderungen für den Erhalt innengedämmter Holzfachwerkwände - natürlich, homogen, wärmedämmend, kapillarleitend, Gelichgewichtsfeuchte deutlich unter der des Holzes zur Trocknung - einzigartig erfüllt werden. Die amtliche Zulassung als Wärmedämmung für Fachwerkbauten wurde vom Institut für Bautechnik, Berlin für die neue Haacke Entwicklung schon 1992 erteilt und immer wieder verlängert.

Die portugiesischen Korkbauern liefern jetzt allerdings direkt an den Rohkorkfabrikanten in Portugal. Es ist gut, dass die erste Stufe der Verarbeitung Arbeitsplätze im Erzeugerland schafft. Haacke hat dafür den Alleinvertrieb für Wärmedämmkork in Deutschland von dem portugiesischen Korkfabrikanten Amorim übernommen.

Die historischen Fachwerkhäuser freuen sich auf die Celler Compositionen aus Kork-Kieselgur-Lehm dem Haacke Cellco-Wärmedämmlehm aus der Fachwerkstadt Celle

Auf gute Zusammenarbeit und beste Grüsse in den Mai Ihr

 

Wolfgang Haacke

 

 

 

 

 

 

 

Fachwerkbrief April 2015

 

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

der März hat das kommende Frühjahr angekündigt. Krokusse, Osterglocken zeigen sich und die ersten Bienen und Hummeln werden begleitet von den Vogelstimmen zum nahenden Osterfest. Das ist für die historischen Fachwerkbauten mit Ihren Holztragwerken und Lehmbauteilen die Zeit der Umkehr notwendiger Feuchtewanderungen durch die kapillar leitfähigen Wandkonstruktionen.

Die von der Sonne erwärmte Außenluft mit Ihren bewegenden "milden Lüftchen" führt die Überschußfeuchte der Außenbauteile ab. Dieser natürliche Prozess im Jahresverlauf hat uns die Fachwerkbauten über Jahrhunderte erhalten.

Die heutigen Wohnanforderungen der Bewohner und die behördlichen Auflagen zum Schutz unsers Klimas verlangen bauliche Sanierungen auch unseres denkmalgeschützten historischen Fachwerkbestandes. für die Gesundheit ihrer tragenden Holz-, Wandbauteile ist das Gebot bei der notwendigen thermischen Sanierung: " natürliche Baustoffe, homogen, kapillar leitfähig, wärmedämmend und diffusionsoffen (keine Dampfsperren)."

Die 1985 im Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege Probstei Johannesberg unter Leitung von Manfred Gerner eingeleitete Bundesfachwerkforschung hat für die Sanierung die erforderlichen Fachkenntnisse und Anforderungen geschaffen.

Professor Dr. Gottfried Kiesow hat im Deutschen Fachwerkzentrum Quedlinburg e. V. unter Leitung von Frau Stöckicht grundlegende Praxisobjekte ausführen lassen. Über diese Beispiele liegt der Fachwelt die für die Praxis wertvolle Dokumentation "Energetische und substanzschonende Sanierung historischer Fachwerkbauten" seit 2012 in der ersten Auflage vor.

Die bauphysikalischen Grundlagen, der Schlagregenschutz, die Voraussetzungen für Schimmelwachstum in Innenräumen und die genau beschriebenen praktischen Sanierungen an verschiedenen Objekten und in verschiedenen Verfahren in Quedlinburg sind beispielhaft dokumentiert. Für den Praktiker eine unverzichtbare Handreichung.

Es ist selbstverständlich, dass - basierend auf den Erfahrungen unserer jahrzehntelangen Praxis - auch für die Cellco-Produkte neue Entwicklungen angestossen wurden. So arbeite ich jetzt an einem Forschungsauftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt über die Verstärkung der kapillaren Leitfähigkeit des Wärmedämm -Kork, um den Feuchteeintrag beim Einbau erheblich zu reduzieren und gleichzeitig die Dämmwirkung zu erhöhen. Das neue Produkt ist für mich patentiert und kommt im Sommer auf den Markt.

So bin ich dankbar für die Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur weiteren Verbesserung der Materialien für die Sanierung unseres historischen Fachwerkbestandes.

Für heute wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest und

grüße Sie aus der Fachwerkstadt Celle

 

 

 

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

Fachwerkbrief Februar 2015

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

jetzt ist das neue Jahr 2015 schon 8 Wochen alt. Ich wünsche allen Lesern meines Fachwerkbriefes ein gesegnetes frohes Schaffen in 2015.

Ich konnte im schönen Nordschwarzwald bei über 1m Schnee in 800m Höhe neue Kraft schöpfen. Natürlich ging ich auch hier den sorgenvollen Gedanken nach, warum wir wieder einen milderen Winter erleben durften und die Baumbestände unseres Schwarzwaldes immer noch keine rechte Gesundung zeigen. Das Verhindern des Klimawandels durch den Menschen zum Bewahren unserer Schöpfung ist leider erst kaum zu spüren. Leisten wir weiter unsere Überzeugungsarbeit.

Immer wieder muste ich Container mit "Bauschutt" aus historischen Fachwerkhäusern, gefüllt mit sog. Abfall" für die gebührenpflichtige Deponie erleben. Der Inhalt Strohlehm, Lehmeinschub, kerngesunde Staken, Feldbrandziegel, usw. Wann lernen unsere Bauherren, Handwerker und Architekten wie wichtig und auch kostensparend es ist, diese wertvollen, historischen und gesunden Baustoffe günstig aufzuarbeiten und fachgerecht wieder einzubauen? Ich selbst wohne in einem Fachwerkhaus von 1728, welches schon 2 mal umgesetzt wurde. Es zeigt die Wiederverwendung des Tragwerkes, seiner Ziegel- und Lehmvariationen durch unsere Vorfahren.

Bei Betrachtung dieser Verluste durch Unwissen muss ich auch zu meinem grossen Bedauern feststellen, wie unkritisch die sog. Modernen Baustoffe für das zu sanierende historische Fachwerkgebäude eingesetzt werden. Die von der WTA seit Jahren herausgegebenen blauen Merkblätter - von den Gerichten als "Stand der Technik" anerkannt - über die vor Baubeginn zuerst erforderlichen Untersuchungen im Rahmen einer unverzichtbaren Bestandsaufnahme, die Grundsätze der Bauphysik für das Fachwerk und die fachgerechten Sanierungsmaßnahmen einschließlich Wahl der notwendigen amtlich zugelassenen Baustoffe sind leider noch nicht in allen Fachkreisen Basis der Bauentscheidungen.

Diese notwendigen Fachuntersuchungen werden im Rahmen der Energieeinsparverordnung sogar durch öffentliche Mittel gefördert. Der Einsatz einer fachkundigen Beratung erspart später die um ein vielfaches höheren Kosten der durch nicht sachgerechte Bauleistungen entstandenen Schäden. Auch verweise ich immer wieder auf das "kleine Fachwerk ABC Instandsetzung" von dem Zimmermeister Dr. Johannes Wetzel. Dieses wervolle kleine Taschenbüchlein soll in Kürze wieder neu aufgelegt werden.

Jetzt ist die wichtige Planungszeit für die Untersuchung, Beratung und Vorbereitung der im Frühjahr beginnenen Bausaison. Die Arbeiten selbst erfordern eine durchdachte Zeitplanung. Fachwerk benötigt die erforderliche Zeit für das Abtrocknen der im Rohbau eingesetzten Lehmbaustoffe.


Die Fachbüros und Fachberater sind dankbar, in der Winterzeit diese vorbereitenden Arbeiten für die geplanten Sanierungen leisten zu können. Ich wünsche unseren Fachwerkdenkmalen eine sachkundige, ausreichende Planungszeit der Sanierungsmassnahme. Die archivierten Hausakten der Denkmalpflege werden Ihnen die seinerzeitigen Gedanken der Baumeister und besonders die technischen Grundlagen der Konstruktion erzählen. Dieses sind unverzichtbare Schätze und Hinweise für Ihre heutigen Arbeitsüberlegungen.

 

Es grüsst sie aus der Fachwerkstadt Celle

 

Wolfgang Haacke

 

 

 

Fachwerkbrief Dezember 2014

 

 

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

jetzt haben wir schon 2 Adventskerzen angezündet. Dieses ereignisreiche Jahr nähert sich seinem Ende. Meine Gedanken sind immer noch bei der Jahresfachtagung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, an der ich über die energetische Verbesserung historischer Fachwerkhäuser durch innere Wärmedämmung berichten durfte.

Es konnte die übereinstimmende Überzeugung der Fachreferenten festgestellt werden, dass das Holztragwerk wesentlich höhere und einzigartige Anforderungen an die innere Wärmedämmung zwingend erfordert, soll die Tragfähigkeit des Gesamtgebäudes nicht Schaden erleiden.

Tragwerke aus Ziegel-Mauerwerk, Stahl, Beton oder auch Bims sind wesentlich unempfindlicher als unsere historischen Fachwerk-Gebäude. Es ist aber der bleibende Verdienst des Lehms, dass die "Unzertrennlichen" Holz und Lehm über Jahrhunderte unser Kulturerbe Fachwerk erhalten haben. So ist die Wiedergeburt der Lehmbaustoffe für die Sanierung unseres historischen Fachwerkbestandes eine natürliche Selbstverständlichkeit in der Denkmalpflege.

Die Denkmal 2014 in Leipzig dokumentierte wieder einmal einen hohen Stand unserer Handwerkskunst für Restauration und Ihrer Fachlieferanten. Auf unserem Cellco-Stand erweckte der Aufsteller mit unserem Diplom von 1909 für lehmgebundene Korksteinplatten, die ebenso alten Patenturkunden und die neuen Cellco-Patente für Wärmedämmlehm die besondere Aufmerksamkeit der Fachpresse und Besucher.

Der Besuch des "Fachwerkpabstes" Professor Gerner beim Fachsimpeln über Fachwerk mit mir würdigte unsere nunmehr 30jährige besondere Forschungsarbeit über das Thema Fachwerk.

So bin ich zur Jahreswende dankbar für die allseitige Anerkennung unserer Arbeit. Wir werden in unserer Verpflichtung, für die über 2 Mio. Fachwerk-Denkmale in Deutschland auch in 2015 zu arbeiten, nicht nachlassen. Das uns gerade erteilte Patent über die kapillaraktiven Cellco-Korkdämmplatten bringt durch einen Forschungsauftrag wieder neuen Schwung in unser Fachwerk-Forschungshaus.

Ich wünsche ihnen und ihren Familien eine gesegnete Weihnacht und Gesundheit für das neue Jahr.

Ihr Wolfgang Haacke

 

 

 

 

Fachwerkbrief Oktober 2014

Liebe Fachwerkfreunde,

 

der goldene Oktober erfreut uns mit seinem herrlichen Farbspiel und warmer Sonne. Wir rüsten uns zum Aufbruch zur "Denkmal 2014" vom 06.-08. November in Leipzig.

Mit großer Freude denke ich zurück an die glückliche Wiedervereinigung unseres Landes. Als ich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts - mit nach langem Warten erteilter Sondergenehmigung - auf vorgeschriebener Strecke mit extra frisch getünchten Fassaden, den offiziellen Delegationen immer Vorfahrt gebend, zur Messe nach Leipzig fahren durfte, herrschte gedrückte Stimmung bei unseren früheren Geschäftspartnern. Der Übergang ins "Volkseigentum" und die persönlichen Zukunftsaussichten der noch vebliebenden mittelständischen Aussteller ließen keine "Messestimmung" aufkommen.

Heute fahren wir vollbepackt mit vielen Ideen zur Rettung unserer Kulturdenkmale in die schöne Stadt Leipzig zur Begegnung und freien Gesprächen mit Fachleuten aus Europa in die neuen Messehallen. In den bisherigen Messehallen im Jugenstil bekam schon mein Großvater 1909 für die HAACKE-Korkprodukte besondere Auszeichnungen.

Dieses Jahr kann der Besucher viele neue Produkte für die Sanierung unserer Fachwerkbauten finden und über die besten praktischen Anwendungen diskutieren. Die noch einmal erhöhten energetischen Anforderungen und die möglichen Ausnahmen für Denkmale zur Reduzierung der CO2-Abgabe an unser schon arg gefährdetes Klima werden im Mittelpunkt stehen.

Die Kernforderung der Wisschenschaft auf Grund der anerkannten Fachwerkforschung findet Ihren Niederschlag in dem Angebot neuer Produkte und Verfahren. Der Grundsatz für die Sanierung der Fachwerkaussenwände:

homogen, kapilarleitend, natürlich, elastisch und ohne Dampfsperren!

 

Unser HAACKE-CELLCO Beitrag wird in Produkten auf Basis Lehm und Kork gezeigt. Diese erprobten alten und neuen Celler Compositionen (Cellco) können auf über 100 Jahre Einsatz im Fachwerkbau zurückblicken. Der elastische, expandierte Kork verbunden mit Kieselgur und Lehm bildet die Grundlage vom Wärmedämmlehm (knetbar), Wärmedämmlehmplatten und 2 DF-Steinen. Dazu Leichtlehmsteine im 2 DF-Format und die gerade patentierte, natürliche sowie elastischen Kapillar-Dämmplatte. Selbstverständlich dazu die erprobten Ansetztmörtel.

Wir freuen uns über viele Gespräche und neue Kooperations-Kontakte auf unserem Stand in Halle 2 Stand C06.2

Bis dahin beste Grüße aus der Fachwerkstadft Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

Fachwerkbrief September 2014

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

die Ferienzeit geht zu Ende. Mein Fachwerkbrief August/September erreicht Sie hoffentlich gut erholt

Das STATUSSEMINAR "Erhaltung von Fachwerkbauten" im Mai 1990 zeigte vorbildlich die Ergebnisse der Fachwerkforschung des Bundes mit den Grunderkenntnissen der Wissenschaft und den Ergebnissen der praktischen, beispielhaften Anwendung der Sanierung von historischen Fachwerk-Baudenkmalen.

Für die Fachwerk-Aussenwände als Schmuckwerk unserer Städte und Dörfer der neue Grundsatz "homogen, kapillar leitfähig, Wärmedämmung ohne Dampfsperren aus natürlichen Baustoffen"! Der Lehm erlebte seine Neuentdeckung, weil Holztragwerke und Lehm wegen des beispielhaften Feuchteausgleiches natürliche Geschwister seit Jahrhunderten sind.

Das bundesweite Schulungsprogramm "Erhaltung historischer Fachwerkbauten", getragen von regionalen Informationszentren wurde nicht realisiert, weil die Wiedervereinigung Deutschlands uns viel wichtigere Aufgaben stellte. Die über 1 Mio. Fachwerkbauten der neuen Länder haben uns in Ihrer unveränderten Schönheit (weil die Mittel zur - falschen - Sanierung fehlten) gefordert.

Eingeplante Gelder des Bundes wurden für den Erhalt dieses bedeutenden kulturellen Erbes eingesetzt.

Beispielhaft Quedlinburg, Halle, Weimar, Hansestädte der Ostsee-Küste, Potsdam, Görlitz und die Umgebinde-Häuser erlebten durch das Bundesprogramm und die besondere Unterstützung der deutschen Stiftung Denkmalschutz umfangreiche Sanierungsprogramme unter Anwendung der Erkenntnisse der deutschen Fachwerkforschung.

An dieser Stelle muss auch der wertvolle wissenschaftliche Beitrag zur Erforschung des Feuchteverhaltens von Fachwerk-Wänden durch Professor Dr. Ing. Häubl, Universität Dresden, Institut für Bauklimatik, und seines Laborleiters Dr. Plagge erwähnt werden. Die wissenschaftliche Simulation im Programm Delphin und Cond war Baustein zur Berechnung von wohngesunden und dauerhaften Fachwerk-Aussenwänden.

Die wissenschaftlich-technische Vereinigung für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) begleitete in Ihrer Arbeitsgruppe Fachwerk unter der Leitung von Prof. Dr. Ing. Leimer durch 10 Fachblätter, die heute zum anerkannten Stand der Wissenschaft gehören, die praktische Arbeit zum Erhalt unserer Fachwerkkonstruktionen. Gern erinnere ich mich an die fundierten Diskussionen zur Lösung praktischer Beispiele der Fachwerkwände in diesem Gremium.

Als Celler HAACKE-Beiträge zur Fachwerkforschung konnte im Rahmen eines Bundesforschungsauftrages die CELLCO-Wärmedämmlehmplatte mit dem kapillar Kontaktkleber dem Markt neu angeboten werden.

Nachdem alle Fundamente für die fachgerechte praktische Arbeit an unseren Fachwerkbeständen gelegt sind, berichte ich in meinem nächsten Fachwerk-aktuell über den Haacke-Beitrag zur Fachwerksanierung auf der "DENKMAL" in Leipzig.

 

Bis dahin beste Grüsse aus der Fachwerkstadt

Ihr Wolfgang Haacke

Fachwerkbrief Juli 2014

 

 

Liebe Fachwerkfreunde,

 

jetzt zu den Ferien im Lande erhalten Sie von mir den Fachwerkbrief Juni/Juli 2014. Hier berichte ich von den wichtigen Jahren des Aufbruchs und des beginnenden Durchbruchs in der Öffentlichkeit für das Denkmal Fachwerk.

 

Die Europäische Kampagne für den ländlichen Raum 1987/88 konnten wir in unserem Fachwerk-Forschungshaus als Informationszentrum Celle für den Nordeutschen Raum mit einem viel beachteten Vortrag des Luxemburger Denkmalpflegers Calteux beginnen. Er begeisterte und erweckte Initiativen durch viele aufgezeigte und gelungene Beispiele seines Landes zum Erhalt ländlicher Baukultur. Besonders unsere "Holznagelfreunde" spürten Unterstützung Ihrer Arbeit.

Schon im März 1988 brachte das HAACKE Seminar Fachwerkforschung durch die Teilnahme des Niedersächsischen Ministers für Wirtschaft, des Landeskonservators Prof. Dr. Möller und Manfred Gerner, dem Leiter des Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege einen starken Impuls in der Erkenntnis der fast 2 Mio. deutschen Fachwerkbauten als Wirtschaftsfaktor und erhaltenswertes Erbe unserer Baukultur. Aber auch die Wissenschaft zeigte in diesem Seminar durch Vorträge von Prof. Kessel über "Holznagelverbindungen" und Prof. Dipl.-Ing. Thum über "Probleme im Umgang mit dem Original" gute Hinweise für das Holzfachwerk.

 

Schließlich stellte das Institut für Baustoffkunde und Materialprüfung der UNI Hannover zum ersten Mal der Fachöffentlichkeit die erforschten Eigenschaften einer natürlichen inneren Wärmedämmung aus Kork, Kieselgur und Lehm, als Haacke "Cellco" Wärmedämmlehm vor.

 

Die Krönung brachte im Mai 1990 das STATUSSEMINAR "Erhaltung von Fachwerkbauten" in Fulda. Das Bundesministerium für FORSCHUNG und TECHNOLOGIE, Bausubstanzerhaltung in der Denkmalpflege, stellte unter der Leitung des Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege Probstei Johannesberg, Fulda, die Forschungsergebnisse der Wissenschaft aus dem mit vielen Millionen DM geförderten Bundesprogramm in 20 Fachvorträgen vor. Der Cellco Wärmedämmlehm wurde in 3 Vorträgen "Holzkirchen", "Hessisches Freilichtmuseum" und "Fallstudie Celle" positiv von Wisschenschaft und Fachprxis hervorgehoben.

Das Bundesministerium entwickelte auf Basis der erforschten Kenntnisse zum Fachwerkerhalt und zur Fachwerksanierung ein umfangreiches Informations- und Schulungsprogramm mit regionalen Fachstützpunkten im gesamten Bundesgebiet. Diese erhebliche finanzielle Beteiligung des Bundes wurde schon im Detail in Aussicht gestellt. Alle freuten sich über diesen großen Erfolg zum Erhalt unserer Fachwerkstädte und -Dörfer. Dieses Programm konnte aber nicht realisiert werden.

Über die Gründe in meinem nächsten Fachwerk "aktuell" mehr.

 

Es grüßt Sie aus der Fachwerkstadt Celle

 

Ihr Wolfgang Haacke

Fachwerkbrief Juni 2014


Liebe Fachwerkfreunde,

 

leider wandern immer noch wertvolle historische Fachwerkdenkmale aus Unkenntnis der Verantwortlichen in die Deponie! Leider müssen immer noch Fachwerkbauten durch missverstandene energetische Sanierungen in Ihrer Tragwerksubstanz Schaden erleiden!

Um einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieses historischen Kulturerbes zu leisten, werde ich Anregungen und Erfahrungen in meinem monatlichen "Fachwerk aktuell" berichten.

Ich habe mich gefreut, als mir vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) Berlin nach 25 Jahren im praktischen Sanierungseinsatz erneut die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom 16. April 2014 für meinen "Cellco-Wärmedämmlehm" erteilt wurde.

Die Innendämmung von Fachwerk-Häusern brachte über 1/4 Jahrhundert ein gesundes Wohnen, verbunden mit einer erheblichen Energieersparnis. Ich arbeite selbstverständlich weiter an zukünftigen patentierten Entwicklungen homogener, kapillarleitender Naturdämmstoffe für die innere Wärmedämmung von Fachwerkwänden.

Gern erinnere ich mich zurück an die Begegnung ca. 1985 mit Prof. Dipl.-Ing. Manfred Gerner in der Probstei Johannesberg, als ich ihm die Visitenkarte meines Großvaters Senator Albert Haacke von 1889 überreichte, in der Kieselgur- und Kork-Wärmeschutzmassen vorgestellt wurden. Die Aufforderung eine innere Wärmedämmung für Fachwerkbauten zu entwickeln nahm ich auf. Ein Besuch am selben Tage in Alsfeld zeigte mir die Not bauphysikalisch falsch sanierter Holzkonstruktionen. Wegen Einsturzgefahr gesperrte Tragwerke, von Fäulniss und Holzschädlingen zerstörte Schwellen und Ständer zeigten mir anschaulich die zerstörende Macht der warmen Feuchte auch bei jahrhundertelang gesunden Holztragwerken. Das war die Geburtsstunde meines CELLCO-Wärmedämmlehms.

Unser niedersächsischer Denkmalpfleger Professor Dr. Möller empfahl mir seinen Denkmalpfleger Herrn Dipl.-Ing. Thum, Professor Dr. Schulze TU Braunschweig seinen Assistenten Herrn Prof.- Dr. Ing. Leimer (heute beide vediente Professoren) und ich entsann mich meiner früheren studentischen Praktikantenstelle beim FIW München und dort Herrn Cammererer. So gingen wir zum Wohle der Fachwerkbauten an die Arbeit.

Die Bundesfachwerkforschung über die Probstei Johannesberg und ein Forschungsauftrag des Landes Niedersachsen waren mir eine wertvolle Hilfe in den Erkenntnissen historischer Bausubstanzen aus Lehm und den dazu verträglichen Materialkompositionen einer kapillaren und homogenen Dämmung ohne Dampfsperren.

Darüber aber im nächsten Brief "Fachwerk aktuell"

 

Es grüßt Sie Ihr Wolfgang Haacke aus der Fachwerkstadt Celle

 

 

 

 

 

 

 

 

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